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blumenfreundin
Mitglied


1 Beitrag

Erstellt am: 10.03.2015 :  08:19:15 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Eine Bekannte erzählte mir dass sie seit 4 Wochen Stimmen hört,die ihr negative Befehle übelster Art geben (schieß, stech zu ).Sie war bereits kurz in der Psychatrie, aber die Art der Therapie (nämlich Tabletten) wollte sie dann doch nicht hinnehmen.Es geht ihr sehr schlecht und sie zieht sich zunehmend zurück.
Meine Frage ist nun:Kann es sein dass sie manipuliert/hypnotisiert worden ist(es kommt ihr selber so vor und zudem gibt es laut Aussage der Polizei mehrere weibliche Betroffene) und ist Hypnose eine gute Lösung den Stimmen Abhilfe zu schaffen?

Miraculus
Mitglied

Deutschland
2960 Beiträge

Erstellt  am: 10.03.2015 :  20:45:46 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo blumenfreundin,

und willkommen hier.
Nein, dass sie mit Hypnose manipuliert wurde und jetzt deshalb diese imperativen Stimmen hört, ist nach meinem Dafürhalten praktisch auszuschließen. Mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit dürfte hier vielmehr eine psychotische Störung (vermutlich aus dem schizophrenen Spektrum) vorliegen. So sehen das ja offenbar auch die Psychiater.

Ein paar Begriffsklärungen:

- Eine Psychose ist eine schwere psychische Störung, die oft mit einem Realitätsverlust, Wahnideen oder Halluzinationen einhergeht. Am Bedeutendsten sind Schizohrenie oder schizophrenieähnliche Psychosen.

- Antipsychotika (auch "Neuroleptika") sind Medikamente, die speziell bei psychosen besonders zum Einsatz kommen.

- Die Sozialpsychiatrie ist (im hier gemeinten Sinne) eine Form der Psychiatrie, die Ursachen und Therapie psychischer Störungen insbesondere in den psychischen und sozialen Gegbenheiten sieht, und nicht so sehr Medikamente in den Vordergrund rückt. Hierher gehört auch Soteria-Bewegung. Dort versucht man, mit möglichst wenig antipsychotischen Medikamenten auszukommen, aber wenn es sein muss, gibt man eben doch welche.

Man sollte mit Psychopharmaka und gerade auch Antipsychotika sicherlich zurückhaltend sein, aber es existieren Fälle, wo eine solche Medikation kaum vermeidbar ist. Ihr könntet Euch nach Psychiatern erkundigen, die der Soteria-Bewegung nahestehen,oder direkt auch nach Einrichtungen der Soteria-Bewegung.
Siehe für mögliche weitere Hinweise etwa: http://www. dgsp-ev.de/ (Leerzeichen entfernen)
Fort könnte man vermutlich weitere Tipps bekommen.

Manchmal sollen auch sog. "Benzodiazepine" wie Valium/Diazepam oder Tavor/Lorazepam reichen, so dass Antipsychotika wie z.B. Haldol/Haloperidol oder Zyprexa/Olanzapin. Benzudiazepine haben zwar ein Abhängigeitspotential, aber ihr kurzfristiger EInsatz hat nach Auffassung mancher Experten Vorteilen. Das müsste dann der behandelnde Arzt beurteilen.

Kann Hypnose helfen? Grundsätzlich wahrscheinlich ja, jedenfalls in manchen Fällen. Es gibt immer wieder Fallschilderungen (auch in führenden Fachzeitschriften), wo berichtet wird, wie Hypnose Patienten mit anhaltender und ansonsten therapieresistenter Psychose geholfen hat. Allerdings sollte man "Hypnos" und "Medikamente" nicht als Alternative sehen. Es könnte schwierig werden, einen Therapeuten zu finden, der Deine bekannte mit Hypnotherapie behandelt, wenn sie sonst eine Therapie verweigert. (Es ist auch fraglich, ob das überhaupt sinnvoll ist, aber ich will mir dazu kein definitives Urteil erlauben.)

Meine konkrete Empfehlung wäre also, dass Deine Bekannte zu einem sozialpsychiatrisch orientierten Psychiater geht, aber wenn der meint, dass kein Weg an Medikamenten und speziell auch Antipsychotika vorbeigeht, diese auch nimmt. Ich würde das alles dann aber auch rasch in die Wege leiten. Dann kann man auch wg. Psychotherapie - oder Hypnotherapie im Besonderen - weitersehen.

Hinzufügen will ich ausdrücklich, dass ich bei Weitem kein Experte für Psychosen oder Psychopharmaka bin und alles hier Geschriebene ausschließlich eine persönliche Meinungsäußerung darstellt.

Wenn irgendein Mensch etwas tun kann, kannst du es auch. (Richard Bandler)

Bearbeitet von: Miraculus am: 10.03.2015 21:18:32 Uhr
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adlerian
Mitglied

Deutschland
113 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2015 :  16:52:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Um Miraculus zu ergänzen: Stimmen im Kopf gelten - wie oben gesagt - als typisches Symptom einer Psychose. Und das ist im allergrößten Teil der Fachliteratur eine absolute Kontraindikation für den Einsatz von Hypnose. Einzelne Fachleute wie etwa Gunter Schmid sehen das nicht so. Aber ohne Abstimmung mit dem behandelnden Psychiater würde ich dies auf garkeinen Fall tun - und dann auch nur, wenn Du eine Heilerlaubnis hast. Und das nur, wenn akut keine psychotische Phase akut ist. Denn es ist verboten, während einer psychotischen Phase therapeutisch zu arbeiten. Das darf nur im fachärztlichen oder klinischen Umfeld geschehen.

Ich selbst begleite unter anderem seit Jahren eine Psychotikerin außerhalb der akuten Psychose. 70% meiner Methoden kann ich nicht einsetzen. Das Problem: Eine Psychose ist mit einer nur eingeschränkte oder garnicht vorhandenen Fähigkeit verbunden, zwischen "innerer" und "äußerer Realität" zu unterscheiden. Wenn ich dann zum Beispiel auch nur mit inneren Bildern und Imaginationen arbeite, kann ich zu einer Destabilisierung beitragen, die in eine Psychose führt.

LG adlerian
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